
OROŽNOV TRG 3, LAŠKO
Herlah-Haus
Von römischen Geheimnissen bis zur gotischen Mystik — eine steinerne Fassade, die stolz das Geburtshaus eines Pioniers des slowenischen Bergsteigens bewahrt.
GESCHICHTE DES ORTES
Herlah-Haus
Das große zweigeschossige Gebäude ist barocken Ursprungs. Ein Gewölbe auf der Hofseite deutet auf eine Entstehung im 17. Jahrhundert hin. Der Hofeingang ist über eine Durchfahrt mit dem Haupteingang verbunden, der von einem Sandsteinportal mit einfachem seitlichem Ornament eingefasst wird. Vier kleinere, schlichter gestaltete und heute teilweise veränderte Steinportale schmücken ebenfalls die Fassade. Die Gebäudeecken sind durch leicht vorspringende Fassadenteile betont; auf ähnliche Weise werden Erd- und Obergeschoss optisch voneinander getrennt.
In die Fassade ist ein Fragment eines antiken römischen Grabdenkmals in Form eines Medusenhauptes eingelassen. Über dem Haupteingang befindet sich eine gotische Konsole, die wahrscheinlich aus der ehemaligen Spitalskirche der hl. Elisabeth stammt.
1953 brachte der Historische Verein Celje eine Gedenktafel an und kennzeichnete so das Geburtshaus des Geografen, Historikers und ersten Vorsitzenden des Slowenischen Alpenvereins Fran Orožen.
Fran Orožen, Neffe des Historikers Ignacij Orožen, studierte nach dem Gymnasium in Celje Geografie und Geschichte an der Universität Wien. Er beschäftigte sich mit der Methodik des Geografieunterrichts und verfasste mehrere Lehrbücher für Geografie und Heimatkunde. Als Geograf und Historiker interessierte er sich besonders für die Bergwelt und verband in seinen Artikeln und Studien das Bergsteigen mit der slowenischen Kulturgeschichte. Er gehörte zu den Wegbereitern einer wissenschaftlichen Betrachtung des Tourismus und war erster Leiter des Zentralausschusses des Slowenischen Alpenvereins sowie des Vereins slowenischer Professoren. Der Platz, auf dem Sie stehen — Orožnov trg — trägt den Namen von ihm und seinem Onkel Ignacij.
Seinen Namen erhielt das Haus nach Josip Herlah und seiner Frau, die zwischen den beiden Weltkriegen hier ein Geschäft betrieben.
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Wissenswertes
Geschäft HERLAH
Herlah war ein typisches ländliches Gemischtwarengeschäft, wie es zwischen den beiden Weltkriegen in kleineren Orten verbreitet war. Die Einwohner fanden dort fast alles für den Alltag.
Im Juni 1923 eröffneten Pavla Peterlin-Herlah und der Kaufmann Avgust Šumer das Gemischtwarengeschäft Šumer & Herlah. Zwei Jahre später schied Šumer aus dem Unternehmen aus, und Pavla blieb alleinige Eigentümerin. Das Geschäft befand sich in Laško 47, in einem Haus, in dem vor ihnen bereits Dereani, Orožen, Franzl, Cimperšek und Dergan Handel betrieben hatten.
Auch Pavlas Ehemann Josip war im Unternehmen äußerst aktiv und wurde Vorsitzender des Laškoer Händlerverbands. Nationalbewusst und fortschrittlich, engagierte er sich im Sokol, besonders im kulturellen Bereich. Er spielte Theater und begeisterte als hl. Nikolaus Kinder bei Bescherungen. Auch im Gesangsverein Hum war er aktiv. 1939 übergab Pavla das Geschäft offiziell ihrem Mann, der damit alleiniger Eigentümer wurde.
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zog Josip nach Kočevje, arbeitete dort im Konsum des Bergwerks und war Mitglied der Befreiungsfront. Er starb während des Krieges; Pavla kehrte danach nach Laško zurück.
Nach dem Krieg befand sich im ‘Herlah-Haus’ eine Papierwarenhandlung, an die sich viele Einwohner noch erinnern.
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