
AŠKERČEV TRG 8, LAŠKO
Pr Bartol
Der Handelsgeist des 19. Jahrhunderts, bewahrt in den historischen Mauern des einst beliebten Geschäfts Pr Bartol.
GESCHICHTE DES ORTES
Pr Bartol
Das eingeschossige Haus vor Ihnen besitzt eine völlig schlichte, glatte und schmucklose, aber hervorragend erhaltene Fassade. Sie ist fünfachsig, das heißt, die Fenster sind in fünf vertikalen Reihen angeordnet. Der ursprüngliche gemauerte Bau soll 1507 entstanden sein.
Das heutige Erscheinungsbild des Hauses stammt aus dem 19. Jahrhundert, worauf die Jahreszahl 1809 am Eingangsportal hinweist. Sie erinnert an umfassende Renovierungen und Aufstockungen der gesamten Häuserzeile, einschließlich Pr Bartol, auf dem Gebiet des früheren alten Herrenhauses. Angestoßen wurde diese Bautätigkeit durch Anton Tessiori, einen Maurermeister aus Friaul, der das benachbarte Gebäude links kaufte und erneuerte.
Im Jahr des Umbaus heiratete der Kaufmann Peter Fabiani in die damalige Eigentümerfamilie Krajnc ein. Bereits im folgenden Jahr bekamen er und seine Frau Margareta Tochter Jožefa. Doch unmittelbar nach der Geburt schlug das harte Schicksal des 19. Jahrhunderts zu: Margareta starb zehn Tage später, die kleine Jožefa im dritten Lebensmonat. Peter Fabiani verschwindet nach dem Tod von Frau und Kind aus den Quellen.
Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wechselten die Eigentümer häufig. 1929 erwarb Josip Bartol, ein Hausierer aus der Gegend von Ribnica, das Haus am damaligen Standort Laško 59 bei einer Versteigerung. Zunächst eröffnete er ein Geschäft für Flechtwaren, später für Gemischtwaren. Gleichzeitig betrieb Metka Marn in einem kleineren Geschäftsraum ‘Reparatur und Verkauf von Regenschirmen’; später arbeitete dort auch der Maler und Anstreicher Božidar Krotil.
Vor dem Zweiten Weltkrieg kaufte Josip Bartol vom Besitzer des Marija-Gradec-Herrenhauses, Jacobi, ein Gut in Marija Gradec, das bis heute als Bartolovo bekannt ist.
Zu Beginn der deutschen Besatzung wurde die Familie Bartol ausgesiedelt; deutsche Umsiedler aus Kočevje bezogen ihre Räume. Auch sie führten im Gebäude ein Geschäft und behielten sogar den Namen, lediglich die Schilder wurden ins Deutsche geändert. Gegen Kriegsende flohen sie nach Deutschland und ließen einige Fotografien zurück. Nach ihrer Rückkehr aus der Verbannung fand die Familie Bartol ein fast völlig leeres Haus vor und musste von vorne beginnen. Die neue Regierung erlaubte ihnen jedoch nicht mehr, das Geschäft zu eröffnen.
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